Weltenweiter Wandrer
Buch schreiben

Weltenweiter Wandrer

Kerim. 21 years old. Writer, poet and dreamer.
From South-Germany.
Writing is my passion. Words are my life.

Sam & Dave - Hold on I’m coming

Ich ignoriere das miese Wetter und höre mir den Sommer jetzt sonnig!

17 hours ago

Die USA haben also mal wieder “Satelliten-Fotos” von irgendwelchen Kriegswaffen.

Irgendwie kommt mir das unglaublich bekannt vor. Da war doch was. Hatte glaube ich, mit dem Irak zu tun und irgendwelchen Nuklear-Waffen, die es dann doch nicht gab.

Ach ich komm einfach nicht drauf. Vielleicht fällt es mir ja noch ein.

Die Tränen toter Mädchen

Wie den letzten Kolibri,
der verloren über die ferne Erde irrte,
nahm der Winterwind dich fort.
Ich lernte zu warten und lauschte der Stille
zwischen den Blättern.
Ich lauschte deinen Gedanken
und eichte meinen Kompass
nach den Kardinalpunkten,
die deine Füße berührten.
Ich erkletterte Berge
und tauchte in Seen.
Doch während ich wartete,
schliefen die Türen in ihren Angeln
und tote Mädchen
weinten aus den fratzenhaften Augen
eines Aals.
Was ich für Schnee gehalten hatte,
war nur der letzte Staub des Augusts.

Kerim Mallée

(Source: iamlolihaze)

Über Vladimir Nabokovs Roman “Lolita”

"Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta. Die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Lo. Li. Ta. Sie war Lo, kurz Lo, am Morgen, 1,50 m groß in einem Söckchen. Sie war Lola in Hosen. Sie war Dolly in der Schule. Sie war Dolores von Amts wegen. Aber in meinen Armen war sie immer Lolita."

“Ich wünsche, dass diese Memoiren erst dann veröffentlicht werden, wenn Lolita nicht mehr am Leben ist.
Keiner von uns beiden ist also am Leben, wenn der Leser dies Buch aufschlägt. Aber solange das Blut durch meine schreibende Hand pulst, bist du am Irdischen noch ebenso beteiligt, wie ich es bin, und ich kann noch immer von hier aus zu dir nach Alaska sprechen. Bleibe deinem Dick treu. Lass keinen anderen dich berühren. Lass dich nicht von Fremden ansprechen. Ich hoffe, du wirst dein Baby lieben. Ich hoffe, es wird ein Junge sein. Ich hoffe, dein Mann wird dich immer gut behandeln, weil sonst mein Gespenst ein schwarzer Rauch, ein wahnsinniger Riese, über ihn herfallen und ihn in Stücke reißen wird, Nerv um Nerv. Und habe kein Mitleid mit C. Q. Man musste zwischen ihm und H. H. Wählen. Und man wollte H. H. noch wenigstens ein paar Monate existieren lassen, damit er imstande sei, dich in der Phantasie späterer Generationen am Leben zu erhalten. Ich denke an Auerochsen und an Engel, an das Geheimnis dauerhafter Pigmentierung, an prophetische Sonette, die Zufluchtsstätte der Kunst. Und dies, meine Lolita ist die einzige Unsterblichkeit, an der wir gemeinsam teilhaben dürfen, du und ich, meine Lolita.”

-Vladimir Nabokov; Lolita

Erst wenn man Anfang und Ende von Vladimir Nabokovs berühmtestem Roman nebeneinander stellt, ahnt man so langsam, wieviel schriftstellerisches Können in diesem Werk steckt.
Zwischen diesem ersten und letzten Wort “Lolita”, steckt eine der best erzähltesten Liebesgeschichten, die jemals gedruckt wurden.
Die dunklen Seiten von Nabokovs Figuren, sind so düster, dass man sich eigentlich nicht mit ihnen indentifizieren will und es zum Glück, meistens auch nicht kann.
Trotzdem ist das Leid so einfühlend und realistisch beschrieben, dass man es selbst erlebt.
Man verabscheut den Protagonisten Humbert Humbert zu tiefst, aber man windet sich auch mit ihm vor Schmerzen.
Humbert hat recht, das einzige was den Figuren bleibt, ist die Unsterblichkeit der Erzählung, das Leid der Figuren, auf ewig festgehalten. Keine Katharsis. Kein Happy End. Und da der Leser, während er den Schlusssatz des Romans bereits das weiß, was Humbert nie erfahren wird, nämlich dass Dolores Haze, alias Lo, alias Lola, alias Lolita, an den Folgen einer Totgeburt gestorben ist, kann er nicht anders, als die falsche Hoffnung die in diesen Worten mitklingt, wie ein letztes justieren der Daumenschrauben zu fühlen.
Doch so ist Liebe nuneinmal. Manchmal ist sie ein einseitiges Gefühl und bedeutet, dass man sich in Schmerz auflöst.
Gerade die zerstörische Grausamkeit, mit der Humbert Lolita und sich in diesen Abgrund reißt, geben ihm, diesem Monster, anders will man ihn gar nicht wahrnehmen, etwas beängstigend Menschliches.

P.S.: Ist übrigens ein viel besserer Roman als “Fifty Shades of Grey”.

Kerim Mallée

Je mehr sich mein Bundesfreiwilligendienst dem Ende zuneigt, desto länger und anstrengender kommt mir jeder Arbeitstag vor. Ich werde den Rest des Tages nur noch faul in der Sonne liegen und eine Folge “Twin Peaks” nach der anderen schauen. Prokrastination vom feinsten.

Brachland

Wir gruben deine Asche im Brachland aus.
Zerstreuten sie in den Kalkwäldern
und Zigeunerstädten.
In der heißen Wüste deiner Zweifel,
waren die Dünen auf die wir kletterten
um den Horizont zu sehen,
scharf wie Dolche.
Doch bevor deine zögerliche Stimme,
die Entschlossenheit deiner Augen sabotierte,
in denen sich der Mond spiegelte,
während wir die Lügen der Götter auf den
schwarzen Wimpern des Himmels aufspießten,
gruben wir dich im Brachland aus.
Und wo wir die Asche verstreuten,
wuchs das Korn schneller,
während der Sommer wie Regentropfen
in tausend Kupferwannen, roch und klang
und nach Wacholder schmeckte.

Kerim Mallée

(Source: statigr.am, via bluetunamermaid)

Mir fehlen die Worte.